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Zu Papier gebracht

Niemandsland im Kopf

Heute sind Klingeltöne an der Reihe. Anscheinend DER kommende Markt mit überproportionalem Marktwachstum…und trotzdem kenne ich nicht einen Menschen ( nichtmal über zwei Ecken ) der jemals Geld für so etwas ausgegeben hätte. Geld scheint jedoch dazusein, man kann im „Musikfernsehen“ (dazu btw: Rofl aber das nehme ich mir ein anderes mal vor) kaum noch einen Werbeblock ohne mindestens 40 ähnlich wie 0190-Werbung hintereinanderweggereihten Werbe-Spots vorgesetzt zu bekommen. Und jedes Mal wenn (warum auch immer, eigentlich habe ich dem „Musikfernsehen“ schon seit längerem abgeschworen) MTViva läuft und die Fernbedienung nicht unbedingt direkt bei der Hand ist, man evtl. nur noch im Unterbewusstsein mitbekommt das der Fernseher läuft und vielleicht schon der zweite von einem dutzend Jamba-Ringdingding-Werbespots legt sich bei mir irgendwo ein Schalter um. Egal was ich gerade tue, egal ob ich gerade Kopfhörer aufhabe oder im Nachbarzimmer bin; ich fange an zu hassen. Niemand bestimmtes, auch nicht die Erfinder/Betreiber (ich habe ehrlich gesagt sogar einen gewissen Respekt vor Leuten die aus so einem hirnverbrannten Haufen Rest-Idiotie derart viel Kohle scheffeln können) oder die Konsumenten (die ich für leicht beeinflussbare Nachwuchsbratzen erzieherisch völlig überforderter Eltern halte), nein ich hasse den Ton an sich.

Ich liebe Musik. Ich liebe sie derart das ich mir jede CD die ich haben will KAUFE. Das ich nur wegen ihr mein halbes Leben tanzend in düsteren Hinterhöfen, Parkhäusern, stillgelegten Industriehallen oder Kellergeschossen verbringe. Das ich mit jedem der auf das Thema zu sprechen kommt eine Diskussion anfange und das ich tief im inneren nur noch die akzeptiere (zu diesem Thema) die meiner Meinung nach eine ähnlich tiefe Beziehung dazu haben.
Und dann das: man mag mich Musik-Radikalen nennen aber ich kann die ganzen religiösen Fanatiker irgendwo verstehen: man nimmt ihnen etwas mit dem sie ihr halbes Leben verbringen, das sie lieben und als wichtig ansehen und dann tritt man, verdreht man, perversiert man es. Wenn jemand Jamba-Fahnen auf der Strasse verbrennen würde wäre ich dabei.
Ich meine: gut ich kann bspw. Jazz auf den Tod nicht ausstehen aber einfach nur weil ich von Saxophonen Ohrenbluten bekomme…aber die Jazzkünstler sind eben dies: Künstler, die sich damit ausdrücken, da spielen Gefühle mit, es ist eben einfach Musik die manchen Leute gerne hören und geniessen, will ich niemandem absprechen.
Was Jamba und Konsorten da jedoch machen hat nichts, aber auch gar nichts mit Musik zu tun. Jedes mal wenn in der Bahn neben mir jemand mittels einem besonders lauten, synthetischen Furz gesagt bekommt das er eine SMS bekommen hat stehe ich kurz davor aufzuspringen und ihn anzuschreien. Mit erreichen einer zweistelligen Alterszahl sollten doch die meisten Menschen weit genug sein um sich nicht mehr gegenseitig Furztöne über das Handy vorzuspielen und dann eine Viertelstunde darüber lachen zu können?

Wenn man es einmal ganz pragmatisch sehen will (was mir erstaunlich schwer fällt) sind Klingeltöne doch einfach nur kurze Töne die den Besitzer eines Telefons/Handy darauf aufmerksam zu machen das er sein Handy in die Hand nehmen und telefonieren/lesen soll oder? Das es möglichst viel verschiedene geben sollte mag mir ja auch noch einleuchten damit nicht immer alle zum Handy greifen wenn es mal irgendwo klingelt (was heutzutage andauernd und überall der Fall ist) aber warum müssen diese Klingeltöne denn aus idiotischem Gebrabbel, unterirdisch schlechten Sprüchen oder einfach nur kindischen Tönen bestehen? Es gibt doch genügend einfache Melodien (viele Handys können ja sogar selber komponieren, das reicht vollkommen zum überleben) warum also so was? Ich meine ist es denen nicht peinlich wenn ihr Handy klingelt „Aaah fick mich“ und die Mutter steht im Raum? Vermutlich nicht und ich muss im nächsten Blog über die verkorkste „Nachwuchsjugend“ wie ich sie nenne (zähle mich ja selbst noch zur Jugend an sich ^^) schreiben…*seufz*

Manchmal hasse ich es ja….: no rules.


19.9.06 03:11


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Six million ways to lie

Jetzt ist es soweit. Ich schneide das ultimative Thema, das Thema über das ich Stunden, mittlerweile vielleicht sogar Tage mit x Menschen diskutiert und darüber philosophiert habe. Ich habe da meine ganz spezielle Ansicht und die zu begreifen ist für viele schon recht schwer....aber ich versuche es einfach einmal.

Es geht hier nur um Music, trotzdem geht es in diesem Bereich um essentielle Dinge. Zum ersten sei gesagt das sich für mich Musiker genau in zwei Gruppen aufteilen. Diejenigen die "Kunst" produzieren und diejenigen die "Commerz" produzieren. Klargestellt sei als allererstes das es niemanden gibt der beides macht, ganz allein aus der Natur der Sache und der Grundintention der Menschen heraus. Eigentlich sollte es ganz einfach sein aber ich auf meinem Kreuzzug durch die Köpfe der Menschen immer wieder auf erheblichen Widerstand gestossen daher formuliere ich es nun etwas genauer.

Es gibt 2 Gründe wieso Musiker überhaupt Music machen. Ganz genau 2. Der erste ist das sie sich ausdrücken wollen, sie wollen so vielen Leuten wie möglich zeigen wie sie denken, fühlen oder der ausschlagebende Faktor für Emotionen und Gefühle sein (Music ist meiner Meinung nach nichts anderes als in Tönen bzw. Worten beschriebene Gefühle...jeglicher Art). Er will sich oder etwas ausdrücken. Er freut sich natürlich wenn viele Leute ihm zuhören aber das spielt maximal eine tertiäre Rolle, primär ist wichtig das das was er macht sich für ihn richtig anfühlt.
Der zweite Grund ist ein ganz anderer: Geld. Jemand sieht das ein Künstler (Commerz-Acts sind grundsätzlich sehr gute Manager aber wirklich miserable Künstler) mit seiner Music Erfolg hat. Er beschliesst ebenfalls in diese Richtung zu produzieren. Mittels TV-Werbeverträgen, Marketing etc. bringt er sich ins Licht der Öffentlichkeit und präsentiert seine Werke. Er verdient sich eine goldene Nase und bleibt exakt so lange bei seinem "Stil" wie er damit eine gute Menge Geld verdienen kann. Dann hört man nie wieder von ihm. Nichts für die Ewigkeit, nur Einheitsbrei. Keine Kreativität aber ein erstaunlich guter Geschäftssinn.

Zielgruppen der Leute die für den einen oder anderen Weg bestimmt sind (entscheiden kann man sich da nicht, entweder man ist es oder man wird es nie sein) sind ebenfalls gänzlich andere. Der Künstler bspw. will Leute erreichen bei denen seine Music etwas berührt, die ihn verstehen und die seine Music verstehen (eigtl. suchen ja alle Menschen nur irgendjemanden der sie versteht :-) )
Die Zielgruppe der Commerz-Acts ist ebenfalls schnell bestimmt: da die Music nicht tief geht muss sie oberflächlich sein und in Music nicht viel mehr sehen als nette Geräusche die sich neben dem trinken hören lassen oder zu denen man betrunken ganz gut gröhlen kann. Music ist ihnen nicht wichtig genug sich dermassen intensiv damit zu beschäftigen mehrere Schichten Commerz-Music zu durchgraben um auf "Undergroundige" (auch wenn man mit diesem Wort sehr vorsichtig sein sollte) Music zu stossen. Sie kaufen das was sie zufällig mal im Radio gehört haben und ganz gut fanden oder was die Fernsehwerbung ihnen als "Neusten Durchbruch der Music" verkaufen will.

Wer sich jetzt angegriffen fühlt möge sich doch diesen groben Vergleich mit der Kunst (Malen/Skizzieren/Zeichnen wie auch immer) anschauen: Manche sehen ein hübsches Bild, andere sehen einen grauenhaften Zeichenstil auf miserablem Papier mit ätzenden Farbkombinationen und furchtbaren Rändern. Manche sehe ein neues van Gogh Bild und würden Millionen dafür ausgeben, andere sehe ein verdreht gezeichnetes, eigtl. doch irgendwie hässlich aussehendes Bild. Wie man diese Dinge sieht steigt expotentiell mit der Zeit die man in dieses Thema investiert /die Ahnung die man davon hat.

Ganz genauso geht es mir mit Music nur das meine Künstler sich eben mit Tönen und nicht mit Zeichnungen ausdrücken und eben damit ihre "Anhänger" begeistern. Der Punkt wieso ich nur immer so häufig mit diesem Thema angeeckt bin ist der das ich ja nach Ansicht vieler meiner Freunde eben "Techno" höre. Für sie ist Techno eben alles was schnell ist, viele Beats hat, sich dauernd wiederholt und auf die Dauer Kopfschmerzen macht. Sie Verallgemeinern den mir bis auf den Tod verhassten "Chartcore" den Commerz-Acts den Medien zum Fraß vorgeworfen haben und in dem kein Stück echte Kunst steckt und den Track den ich vor drei Stunden bei Sonnenaufgang live als einer von 100 Menschen als allererstes auf diesem Planeten gehört habe und der so frisch gepresst ist das das Weissmuster noch abfärbt. Ich reagiere darauf meist sehr heftig mit einer Diskussion über Kunst und Commerz, einfach weil es für mich da Unterschiede gibt wie Tag und Nacht. Ich habe keine Ahnung von Bildern. Aber ich schmeisse nicht alle Bilder der Welt in einen Topf und sammele sie unter dem Oberbegriff "Gezeichne". Ich habe seit gut 4 Jahren keine Charts mehr gesehen und bin mittlerweile so weit das ich ehrlich keine Ahnung habe was in der Commerz-Szene wie ich sie gerne nenne so los ist. Dort ist mir alles zu oberflächlich. Locations die Chartcore spielen (Großraumdiscotheken, Discotheken allgemein) bieten mir nichts. Ich kann weder die Leute dort leiden noch gibt es dort eine Intensität oder das Gefühl von Echtheit, ein Lied klingt wie das nächste (je nachdem was gerade "In" ist) und niemand kann mir ernsthaft erzählen das er dort wegen der Music hingeht. Man geht dort hin um zu baggern und um zu saufen. Die Music ist Nebensache. In den Kreisen in denen ich mich jedoch bewege ist das eben völlig anders...die Leute sind mit vollem Herzen dabei und feiern jede betrunkene Horde Mallorcaner an die Wand...mit einem Viertel der Leute, die Wände wackeln und man kriegt taube Arme weil die Hände zu lange in der Luft sind, es ist einfach ein ganz anderes Niveau. Man weiß sich von Leuten umgeben die die Music und damit möglicherweise auch einen selbst verstehen....und mit denen man gerne zu tun hat.

Der springende Punkte ist einfach das ich nicht so unendlich viel Zeit in diese Richtung investiere, mir Urteile, Meinungen oder Ansichten bilde und mir ernsthaft Gedanken zu der Aussage der Music mache um dann von jemandem der sich nicht für 5 Pfennig damit beschäftigt hat in einen Topf mit allen Opfern der TV-Werbung geworfen zu werden.

Achja: meine Meinung ist gemässigt! Wer mal die Hardcorevariante der Commerz vs. Kunst Diskussion hören möchte sollte mal unter Google nach Freetechnivals oder Freetechno schauen....

No rules this days...


27.8.06 21:43


Der schwammige Pfad Gottes

So nachdem ich jetzt etwas für die "Positive Aufbesserung" des Webblogs und seinen Texten getan habe, komme ich doch mal wieder zum Kern des geplanten Programms zurück: die durchaus kritische Verbreitung meiner Ansichten zu allen möglichen Dingen die die Menscheit auf ihrem langen Weg ins jetzt erfunden hat.

Das Thema von heute: Religion.
Vorweg gesagt sei das ich hierbei keine Ausnahme (ausser die später genau namentlich erwähnten) mache. Egal ob Christentum (welcher Konfession auch immer), Islam, Judentum, Hinduismus oder sektenartiger religionsähnlicher Gebilde wie die Zeugen Jehovas oder die Mormonen.

Erstmal vorweg: ich gehöre keiner dieser "Fraktionen" an und werde "einen Teufel tun" und mich irgendwelchen übergeordneten, unsichtbaren Göttern unterstellen die ich für alles gute & schlechte was mir je passiert ist und je passieren wird verantwortlich machen kann. Ich glaube an Schicksal und Bestimmung aber die Idee von Göttern erscheint mir doch etwas abstrakt.

Auch wenn es vermutlich hart intolerant den Gläubigen gegenüber ist: für mich sieht das alles aus wie ein Haufen Realitätsflüchtlinge die ihr eigenes Leben nicht in den Griff kriegen und daher andere bitten das für sie zu tun. Hier ziehe ich gerne mal den Vergleich zwischen Staaten und Religionen, die sich prinzipiell sehr stark ähneln. In beiden entwickelt man ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ein Gefühl das es da draussen Leute gibt die "anders" sind. Das führt in den schlimmsten Fällen zu "religiösen Unruhen" / "Fremdenfeindlichen Ausschreitungen" wie es vornehm in den Medien ausgedrückt wird und bestenfalls zur Gleichgültigkeit/Akzeptanz. Die Regierenden sind die jeweiligen religösen Anführer / Politiker und das "Volk" sind die Gläubigen / Staatsangehörigen.

Ja wir leben in einer modernen Welt in der extremistische Teile einer Religion gegen extremistische Teile eines Staates (ihr wisst alle worauf das jetzt abzielt) Krieg führt und in der Isreal nicht mehr mit Juden zu tun hat als das es die dort vorherrschende Religion ist (ähnlich wie Indien mit Hinduismus oder Griechenland mit griechisch-orthodoxem Christentum). Die "doppelte Staatsbürgerschaft" hier scheint vielen so nicht aufzufallen. Man ist eben beides. Nur tendieren die meisten Menschen eben in die eine oder in die andere Richtung.

Mir ist da vor einiger Zeit mal ein Muster aufgefallen, welches ich euch irgendwie nicht vorenthalten möchte:
Die Kreuzzüge fanden circa 1200-1600 Jahre nach der "Geburt" des Christentums statt. Der Islam wurde 600 Jahre nach dem Christentum "geboren" rechnet mal zurück. Ihr seht: das für uns evtl. "gute" Christentum das die bösen Radikalislamisten da verurteilt, war in dem gleichen Alter wie die jüngere Religion genauso drauf. Da ist ein Muster zu erkennen. Das heißt für mich 1.) Das das eine ganz natürliche Entwicklung ist. Und 2.) Das ALLE Relgionen (mit ein zwei Ausnahmen) sich nicht an das halten was sie predigen. Wieso also sollte ich mich denen anschließen? Wenn ich einem Verein beitrete der Wasser predigt aber Wein trinkt (^^ sry, musste sein) kann ich direkt auch die FDP, die CDU oder eine X-beliebige andere politisch motivierte Vereinigung nehmen.
Glaubwürdig ist das nicht.
Naja diese Welt hat eh ihre eigenen, komplexen und völlig unverständlichen Gesetze. Hope to see no rules....

19.8.06 00:40


3077 Zeichen Hass

Mainstream? Mitläufertum? Mit dem Strom schwimmen weil alles andere zu schwierig wäre?

Was treibt so viele Menschen dazu zur Fussball-WM grölend mit ner Fahne durch die Straßen zu torkeln....wo sie doch eigentlich gar keine Fussballfans sind?
Was treibt so viele Menschen in die überfüllten Großraumdiscotheken ohne guten Sound, 0815-Trackauswahl und Pseudo-DJs?
Was bringt Radio und Musikfernsehsender dazu den selben Müll zu senden wie alle anderen auch?

Ich meine gibt es unter Menschen auch dieses Phänomen für das eigentlich nur Lemminge berühmt sind? Einfach hinterherzurennen wenn jemand von dem man eigentlich glaubt das er Ahnung hat losläuft? Bestes Beispiel: diese vielgerühmte Fussball-WM.

Ich will jetzt nicht sagen das ich sie nicht mitverfolgt hätte, mir diverse Spiele angesehen habe und in eins zwei spannenden Partien auch ein wenig mitgefiebert habe. Was ich jedoch NICHT getan habe und niemand bringt mich dazu soviel von mir selbst zu verlieren, ist: stockbesoffen gröhlend mit nacktem Oberkörper durch die Strassen zu torkeln, nur umhüllt mit einer Deutschlandflagge. Ich habe mir auch keine deutsche Fahne ans Auto gepinnt oder eine aus dem Fenster gehisst, auch kein weißes "Ich bin ein 0815-Mensch"-Trikot oder den "Offiziellen Fifa-WM-Ball" für 150 Euro gekauft. Denn dieser gnadenlose Ausverkauf von etwas das in meinen Augen nur noch recht wenig mit Sport zu tun hat ist einfach nurnoch krank.
In typischem Mitläufertum wurden während der WM ALLE Werbespots auf diese ausgelegt, auch wenn sie noch so sinnlos waren (Ballack spielt gegen Tiger Fussball, whao welch unglaubliche Werbeaussage). Was war wenn man Fussball nicht leiden konnte? RICHTIG Fernseher gleich ganz auslassen weil sogar in der Politik jede noch so bescheuerte Aussage in die Fussballsprache übersetzt wurde (und sich schlichtweg nur noch bescheuert anhörte). Versteht mich nicht falsch, die Internationalität und die viele ausländischen Gäste sowie das positive Image was Deutschland im Ausland bekommen hat sind nichts anderes als grossartig. Aber was wollt ihr mit dieser Fahne? Ist es nicht ein wenig früh dafür? Eure Großeltern waren noch in Sibirien für das was ihr jetzt besoffen über die Strasse brüllt. Nationalstolz ist etwas ohne das wir bisher hervorragend ausgekommen sind, wieso schafft man sich jetzt soetwas an? Als Deutschland gegen Italien verloren hat konnte plötzlich kein Deutscher mehr "diese dreckigen Itakka" leiden. Hallo? Gehts noch? Ich meine ich habe zwar während der WM eine Menge positive Beispiele für Internationalität gesehen aber (und gerade nach dem Germany - Italy Match) auch noch nie so viele offene Feindseligkeit. Wer jetzt mal einen Schritt weiter denkt der weiß wohin sowas führt und für wen es zumindest Nährboden bringt.

Aber ich drifte ab: Mitläufer. Leute die sich keine eigene Ideologie und eine eigene Meinung zulegen können und daher mit dem Strom schwimmen, teilweise aus Angst "uncool" zu sein, teilweise weil es ihnen schlichtweg egal ist. All diese Trends, die Charts, die Modewelt, Holywood. All das lässt sich von den Massen der Mitläufer tragen wie ein ordentlicher Stage-Diver. Leute mit eigenen Ideen, eigenem Kreativismus und auch der Einstellung ihren eigenen Weg zu gehen sind eine (manchmal auch verpöhnte) Minderheit. Schade. Genau davon lebt diese Realität. Künstler die wirklich Kunst betreiben und nicht nur durch den aktuellen Trend das schnelle Geld machen wollen, Fashionvictims, Trendsetter und alle dort draussen die sich trauen anders zu sein als der große Rest, alle die vor dem Feld vorneweg fahren, all diese Leute wissen was Freiheit WIRKLICH ist.

No rules.

9.7.06 15:46


Vergessen in Flaschen

Erstmal vielen Dank für die/das enorm (für mich eher unerwartet hohe) Beteiligung/Interesse. Der Blog ist jetzt circa eine Woche bekannt und hatte bereits 1000 Visits ;-) Danke euch allen. Auch vor neuen Themenvorschlägen kann ich mich kaum retten, früher oder später kommen die aber alle dran. Heute ist Alkohol an der Reihe.

Ja wer kennt es nicht: Samstag/Sonntag morgens beim aufwachen...dieses dumpfe Pochen im Kopf und diesen trockenen, nach Wasser schreienden Geschmack in der Kehle. Wer rühmt sich nicht im Kreise seiner Freunde "Auf der und der Party soundsoviel getrunken" zu haben. Ganz typisch wer hat den längsten bzw. hier wer trinkt am meisten (komischerweise sind die, sich sonst häufig zurückhaltenden Mädels hier ebenfalls mit dabei). Partys werden nichtanwesenden Personen häufig nurnoch beschrieben in dem kurz zusammengefasst wird wer wieviel getrunken hat und wer am besoffensten von allen war.
Traurig.
Jeder kennt nämlich auch (und wenn es um eine Ecke ist) jemanden der sich mal eine Alkoholvergiftung zugezogen hat oder wegen einem Verkehrsunfall mit Alkohol im Spiel irgendwelche Schäden davongetragen zu haben. Wenn man im Internet nach "Alkohol" googelt sind die ersten 200 Einträge allesamt Seiten die vor Alkohol warnen oder die Alkoholikern helfen sollen mit dem Leben klar zu kommen. Keine Guinessbuch-der-Rekorde-Poserei wer auf dem Oktoberfest letztes Jahr am meisten getrunken habe oder wer die lustigsten Sachen getan hat während er betrunken war.

Wir haben also offensichtlich eine positive Einstellung zum Alkohol, auch wenn er offensichtlich und logisch betrachtet eher negativ zu bewerten ist. Jetzt die eigentliche Frage: Warum?
Warum geben wir uns in regelmäßigen Abständen immer wieder die Kante? Warum werden allen Dinge die man unter Alkohol tut am nächsten morgen nur belächelt oder als egal abgetan?

Meine Antwort: Weil man sich unter Alkohol gehen lässt wie man es sonst nicht tun würde. Viele Leute würden unter normalen Umständen niemals Dinge tun die sie unter Alkoholeinfluß einfach so machen. Alkohol enthemmt. Eigentlich würden wir gerne diese Dinge tun die wir unter Alkohol eben nunmal tun, aber man traut sich nicht. Vielleicht weil man streng erzogen wurde, weil man Angst hat oder weil man eben einfach nur ein stilles Mädchen ist. Wer sich also nicht richtig gehen lassen kann, nimmt Alkohol (oder auch andere Drogen) um eben dies zu tun. Viele Leute können gar nicht mehr ohne Alkohol feiern, empfinden das fehlen des enthemmenden Mittels als "Langweilig" oder sie sind die "Arme Sau" die die anderen zurückfahren muß und die daher "leider" kein Alkohol konsumieren darf.
Traurig.
Das die Gesellschaft derart drogenabhängig geworden ist.
Unterschiede zwischen Kokain, XTC und Alkohol lassen sich auch prinzipiell nur durch die Art des zu sich nehmens, deren Legalitätsstatus und minimal durch die genauen Wirkungsweisen unterscheiden. ein Teil wir kriminalisiert, der andere sponsort die Fußball-WM. Nein liebe Freunde....alles oder gar nichts.

No rules.

20.6.06 14:15


Poesie vs. Fernsehen

Vielleicht habt ihr in irgendeinem Forum bereits einmal meine Userbar "Poesie vs. Fernsehen" und euch gefragt was für eine Idee sich damit schon wieder verbindet. Ich erklärs euch gerne.
Als ich letztens wieder ein wenig meiner kreativen Ader gefröhnt habe war es bereits dunkel draußen und ich starrte nachdenklich auf meinen Bildschirm. Ein weißes Word-Dokument. Ich zerbrach mir den Kopf und kam mit dem Schreiben nicht einmal bis zum Ende des ersten Satzes...im Hintergrund lief der Fernseher. Ich sah nicht hin und der Ton war auch ausgschaltet (!!!) aber irgendwie schaffte ich es nicht mich zu konzentrieren. Beinahe schon etwas gefrustet machte ich den Fernseher aus und wollte auch gerade den Rechner dem selben Schicksal opfern als mir doch noch eine....zwei...drei wahnsinnig interessante Ideen direkt nacheinander kamen. Die nächsten zwei Stunden hämmerte ich wie wild meine Ideenin das ehemals beinahe leere Word-Dokument. Erst als ich fertig war wurde mir klar das dieser Kreativitätsschub erst nach ausschalten des Fernsehers einsetzte. Und ich wusste was hier falsch läuft.

Gerichtssendungen mit den drittklassigsten Schauspielern die man je gesehen hat, Klingeltonwerbung knapp unterhalb des 0190-Niveaus, Zeichentrickserien die ersten shice gezeichnet sind und zweitens all ihre Witze aus unterschiedlichen Rülps- und Furzlauten ziehen (nein, keine Slapstick sondern einfach nur schlichtweg DUMM), Deutschland sucht den Superstar, Big Brother, Musiksender ohne Musik. Bild-Zeitung. Muß ich mehr sagen? Die ursprünglich zur Information und Nachrichtenverbeitung gedachten Medien dieser Welt treiben uns in die Verdummung. Wenn man regelmäßig im Internet unterwegs ist und Kontakt zu jüngeren Menschen, die evtl. leichter von solchen Dingen zu beeinflußen sind hat, wird einem das ganze Ausmaß dieser Misere klar. Anstatt ordentlich reden, schreiben oder sich auch nur unterhalten zu können geht es nurnoch bergab. Es ist mir sogar schon öfters (!!!) passiert das ich Leuten im Netz begegnet bin die derart viele Rechtschreibfehler in ihren Messages hatten das ich sie, obwohl wir die gleiche Sprache sprechen sollten schlichtweg nicht verstanden habe.
Bei mir ist es mittlerweile soweit gekommen das ich das Fernsehen zutiefst verachte, lediglich Dokumentationen sehe ich mir (auch öfters einmal) an, ein, zwei Sendungen aus meiner Kindheit sind evtl. noch drin, allem neuen stehe ich dermaßen kritisch gegenüber das ich es häufig von vornerein als hirnverbrannt beurteile. Das schlimme daran ist jedoch weniger meine Intoleranz als das ich, wenn ich diese Sendung auf die viele so sehr schwören einmal sehe, ich meien Meinung genau bestätigt sehe. Der Bildzeitung glaube ich mittlerweile kein einziges Wort mehr und wenn es mit Zeitungen und Zeitschriften so einen Lauf nimmt wie mit dem Fernsehen wird Bild da nicht die einzige Zeitung bleiben.
Die Leute die wirklich noch etwas im Kopf haben haben diese Landschaft bereits längst hinter sich gelassen und suchen ihre Realität an einem anderen, bessern Ort.

Poesie vs. Fernsehen das ist Hoffnung gegen Realität und die Hoffnung hat keine Regeln...hope has no rules...

14.6.06 18:35


Ecstatic Love

Krass oder? Liebe ist das einzige Gefühl mit dem man sich selbst wohl wissentlich in den Abrgund schießen kann...und trotzdem ordnen wir es ganz deutlich den positiven Gefühlen zu. In beinahe jedem Film taucht es irgendwo auf und auch dort (außer vielleicht den skandinavischen B-Movies die allgemein sehr trostlos wirken) spielt es grundsätzlich eine positive Energie welche den Helden/die Heldin beflügelt und für irgendetwas der ausschlaggebende Punkt ist um die Story doch noch irgendwie zum guten zu wenden.

Wenn man jetzt aber das Wort "Liebe" einmal auseinandernimmt bleibt man im Endeffekt nur an einer Intensivierung, einer Steigerungsform "normaler" Gefühle hängen. Man ist nicht mehr Neugierig sondern Eifersüchtig man ist nicht mehr allein sondern die ganze Welt hat einen verlassen, man ist nicht mehr über die Anwesenheit einer Person erfreut sondern man ist glücklich.
Klar das Schmetterlinge im Bauch als was schönste und eine derbe Absage von einem geliebten Menschen als das schlimmste wahrgenommen werden kann was schnell in allgemeine Glückseeligkeit/Trübseeligkeit umschlägt. Ich finde es beängstigend wie stark man von den Empfindungen und Emotionen andere Menschen abhängig ist. Niemand kann sich davon freisprechen. Wir sind anscheinend für eine Gesellschaft geboren die für viele junge Menschen sehr konservativ wirkt: Eine bleibende Partnerschaft. Das der häufige Partnerwechsel die enorm steigende Scheidungsrate etc. in direktem Zusammenhang mit dem Verfall unserer Gesellschaft zu tun hat hat anscheinend doch etwas mit unserer Psyche und den tief in uns verwurzelten Werten zu tun... No rulez...

8.6.06 23:23


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