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Niemandsland im Kopf

Heute sind Klingeltöne an der Reihe. Anscheinend DER kommende Markt mit überproportionalem Marktwachstum…und trotzdem kenne ich nicht einen Menschen ( nichtmal über zwei Ecken ) der jemals Geld für so etwas ausgegeben hätte. Geld scheint jedoch dazusein, man kann im „Musikfernsehen“ (dazu btw: Rofl aber das nehme ich mir ein anderes mal vor) kaum noch einen Werbeblock ohne mindestens 40 ähnlich wie 0190-Werbung hintereinanderweggereihten Werbe-Spots vorgesetzt zu bekommen. Und jedes Mal wenn (warum auch immer, eigentlich habe ich dem „Musikfernsehen“ schon seit längerem abgeschworen) MTViva läuft und die Fernbedienung nicht unbedingt direkt bei der Hand ist, man evtl. nur noch im Unterbewusstsein mitbekommt das der Fernseher läuft und vielleicht schon der zweite von einem dutzend Jamba-Ringdingding-Werbespots legt sich bei mir irgendwo ein Schalter um. Egal was ich gerade tue, egal ob ich gerade Kopfhörer aufhabe oder im Nachbarzimmer bin; ich fange an zu hassen. Niemand bestimmtes, auch nicht die Erfinder/Betreiber (ich habe ehrlich gesagt sogar einen gewissen Respekt vor Leuten die aus so einem hirnverbrannten Haufen Rest-Idiotie derart viel Kohle scheffeln können) oder die Konsumenten (die ich für leicht beeinflussbare Nachwuchsbratzen erzieherisch völlig überforderter Eltern halte), nein ich hasse den Ton an sich.

Ich liebe Musik. Ich liebe sie derart das ich mir jede CD die ich haben will KAUFE. Das ich nur wegen ihr mein halbes Leben tanzend in düsteren Hinterhöfen, Parkhäusern, stillgelegten Industriehallen oder Kellergeschossen verbringe. Das ich mit jedem der auf das Thema zu sprechen kommt eine Diskussion anfange und das ich tief im inneren nur noch die akzeptiere (zu diesem Thema) die meiner Meinung nach eine ähnlich tiefe Beziehung dazu haben.
Und dann das: man mag mich Musik-Radikalen nennen aber ich kann die ganzen religiösen Fanatiker irgendwo verstehen: man nimmt ihnen etwas mit dem sie ihr halbes Leben verbringen, das sie lieben und als wichtig ansehen und dann tritt man, verdreht man, perversiert man es. Wenn jemand Jamba-Fahnen auf der Strasse verbrennen würde wäre ich dabei.
Ich meine: gut ich kann bspw. Jazz auf den Tod nicht ausstehen aber einfach nur weil ich von Saxophonen Ohrenbluten bekomme…aber die Jazzkünstler sind eben dies: Künstler, die sich damit ausdrücken, da spielen Gefühle mit, es ist eben einfach Musik die manchen Leute gerne hören und geniessen, will ich niemandem absprechen.
Was Jamba und Konsorten da jedoch machen hat nichts, aber auch gar nichts mit Musik zu tun. Jedes mal wenn in der Bahn neben mir jemand mittels einem besonders lauten, synthetischen Furz gesagt bekommt das er eine SMS bekommen hat stehe ich kurz davor aufzuspringen und ihn anzuschreien. Mit erreichen einer zweistelligen Alterszahl sollten doch die meisten Menschen weit genug sein um sich nicht mehr gegenseitig Furztöne über das Handy vorzuspielen und dann eine Viertelstunde darüber lachen zu können?

Wenn man es einmal ganz pragmatisch sehen will (was mir erstaunlich schwer fällt) sind Klingeltöne doch einfach nur kurze Töne die den Besitzer eines Telefons/Handy darauf aufmerksam zu machen das er sein Handy in die Hand nehmen und telefonieren/lesen soll oder? Das es möglichst viel verschiedene geben sollte mag mir ja auch noch einleuchten damit nicht immer alle zum Handy greifen wenn es mal irgendwo klingelt (was heutzutage andauernd und überall der Fall ist) aber warum müssen diese Klingeltöne denn aus idiotischem Gebrabbel, unterirdisch schlechten Sprüchen oder einfach nur kindischen Tönen bestehen? Es gibt doch genügend einfache Melodien (viele Handys können ja sogar selber komponieren, das reicht vollkommen zum überleben) warum also so was? Ich meine ist es denen nicht peinlich wenn ihr Handy klingelt „Aaah fick mich“ und die Mutter steht im Raum? Vermutlich nicht und ich muss im nächsten Blog über die verkorkste „Nachwuchsjugend“ wie ich sie nenne (zähle mich ja selbst noch zur Jugend an sich ^^) schreiben…*seufz*

Manchmal hasse ich es ja….: no rules.


19.9.06 03:11


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Six million ways to lie

Jetzt ist es soweit. Ich schneide das ultimative Thema, das Thema über das ich Stunden, mittlerweile vielleicht sogar Tage mit x Menschen diskutiert und darüber philosophiert habe. Ich habe da meine ganz spezielle Ansicht und die zu begreifen ist für viele schon recht schwer....aber ich versuche es einfach einmal.

Es geht hier nur um Music, trotzdem geht es in diesem Bereich um essentielle Dinge. Zum ersten sei gesagt das sich für mich Musiker genau in zwei Gruppen aufteilen. Diejenigen die "Kunst" produzieren und diejenigen die "Commerz" produzieren. Klargestellt sei als allererstes das es niemanden gibt der beides macht, ganz allein aus der Natur der Sache und der Grundintention der Menschen heraus. Eigentlich sollte es ganz einfach sein aber ich auf meinem Kreuzzug durch die Köpfe der Menschen immer wieder auf erheblichen Widerstand gestossen daher formuliere ich es nun etwas genauer.

Es gibt 2 Gründe wieso Musiker überhaupt Music machen. Ganz genau 2. Der erste ist das sie sich ausdrücken wollen, sie wollen so vielen Leuten wie möglich zeigen wie sie denken, fühlen oder der ausschlagebende Faktor für Emotionen und Gefühle sein (Music ist meiner Meinung nach nichts anderes als in Tönen bzw. Worten beschriebene Gefühle...jeglicher Art). Er will sich oder etwas ausdrücken. Er freut sich natürlich wenn viele Leute ihm zuhören aber das spielt maximal eine tertiäre Rolle, primär ist wichtig das das was er macht sich für ihn richtig anfühlt.
Der zweite Grund ist ein ganz anderer: Geld. Jemand sieht das ein Künstler (Commerz-Acts sind grundsätzlich sehr gute Manager aber wirklich miserable Künstler) mit seiner Music Erfolg hat. Er beschliesst ebenfalls in diese Richtung zu produzieren. Mittels TV-Werbeverträgen, Marketing etc. bringt er sich ins Licht der Öffentlichkeit und präsentiert seine Werke. Er verdient sich eine goldene Nase und bleibt exakt so lange bei seinem "Stil" wie er damit eine gute Menge Geld verdienen kann. Dann hört man nie wieder von ihm. Nichts für die Ewigkeit, nur Einheitsbrei. Keine Kreativität aber ein erstaunlich guter Geschäftssinn.

Zielgruppen der Leute die für den einen oder anderen Weg bestimmt sind (entscheiden kann man sich da nicht, entweder man ist es oder man wird es nie sein) sind ebenfalls gänzlich andere. Der Künstler bspw. will Leute erreichen bei denen seine Music etwas berührt, die ihn verstehen und die seine Music verstehen (eigtl. suchen ja alle Menschen nur irgendjemanden der sie versteht :-) )
Die Zielgruppe der Commerz-Acts ist ebenfalls schnell bestimmt: da die Music nicht tief geht muss sie oberflächlich sein und in Music nicht viel mehr sehen als nette Geräusche die sich neben dem trinken hören lassen oder zu denen man betrunken ganz gut gröhlen kann. Music ist ihnen nicht wichtig genug sich dermassen intensiv damit zu beschäftigen mehrere Schichten Commerz-Music zu durchgraben um auf "Undergroundige" (auch wenn man mit diesem Wort sehr vorsichtig sein sollte) Music zu stossen. Sie kaufen das was sie zufällig mal im Radio gehört haben und ganz gut fanden oder was die Fernsehwerbung ihnen als "Neusten Durchbruch der Music" verkaufen will.

Wer sich jetzt angegriffen fühlt möge sich doch diesen groben Vergleich mit der Kunst (Malen/Skizzieren/Zeichnen wie auch immer) anschauen: Manche sehen ein hübsches Bild, andere sehen einen grauenhaften Zeichenstil auf miserablem Papier mit ätzenden Farbkombinationen und furchtbaren Rändern. Manche sehe ein neues van Gogh Bild und würden Millionen dafür ausgeben, andere sehe ein verdreht gezeichnetes, eigtl. doch irgendwie hässlich aussehendes Bild. Wie man diese Dinge sieht steigt expotentiell mit der Zeit die man in dieses Thema investiert /die Ahnung die man davon hat.

Ganz genauso geht es mir mit Music nur das meine Künstler sich eben mit Tönen und nicht mit Zeichnungen ausdrücken und eben damit ihre "Anhänger" begeistern. Der Punkt wieso ich nur immer so häufig mit diesem Thema angeeckt bin ist der das ich ja nach Ansicht vieler meiner Freunde eben "Techno" höre. Für sie ist Techno eben alles was schnell ist, viele Beats hat, sich dauernd wiederholt und auf die Dauer Kopfschmerzen macht. Sie Verallgemeinern den mir bis auf den Tod verhassten "Chartcore" den Commerz-Acts den Medien zum Fraß vorgeworfen haben und in dem kein Stück echte Kunst steckt und den Track den ich vor drei Stunden bei Sonnenaufgang live als einer von 100 Menschen als allererstes auf diesem Planeten gehört habe und der so frisch gepresst ist das das Weissmuster noch abfärbt. Ich reagiere darauf meist sehr heftig mit einer Diskussion über Kunst und Commerz, einfach weil es für mich da Unterschiede gibt wie Tag und Nacht. Ich habe keine Ahnung von Bildern. Aber ich schmeisse nicht alle Bilder der Welt in einen Topf und sammele sie unter dem Oberbegriff "Gezeichne". Ich habe seit gut 4 Jahren keine Charts mehr gesehen und bin mittlerweile so weit das ich ehrlich keine Ahnung habe was in der Commerz-Szene wie ich sie gerne nenne so los ist. Dort ist mir alles zu oberflächlich. Locations die Chartcore spielen (Großraumdiscotheken, Discotheken allgemein) bieten mir nichts. Ich kann weder die Leute dort leiden noch gibt es dort eine Intensität oder das Gefühl von Echtheit, ein Lied klingt wie das nächste (je nachdem was gerade "In" ist) und niemand kann mir ernsthaft erzählen das er dort wegen der Music hingeht. Man geht dort hin um zu baggern und um zu saufen. Die Music ist Nebensache. In den Kreisen in denen ich mich jedoch bewege ist das eben völlig anders...die Leute sind mit vollem Herzen dabei und feiern jede betrunkene Horde Mallorcaner an die Wand...mit einem Viertel der Leute, die Wände wackeln und man kriegt taube Arme weil die Hände zu lange in der Luft sind, es ist einfach ein ganz anderes Niveau. Man weiß sich von Leuten umgeben die die Music und damit möglicherweise auch einen selbst verstehen....und mit denen man gerne zu tun hat.

Der springende Punkte ist einfach das ich nicht so unendlich viel Zeit in diese Richtung investiere, mir Urteile, Meinungen oder Ansichten bilde und mir ernsthaft Gedanken zu der Aussage der Music mache um dann von jemandem der sich nicht für 5 Pfennig damit beschäftigt hat in einen Topf mit allen Opfern der TV-Werbung geworfen zu werden.

Achja: meine Meinung ist gemässigt! Wer mal die Hardcorevariante der Commerz vs. Kunst Diskussion hören möchte sollte mal unter Google nach Freetechnivals oder Freetechno schauen....

No rules this days...


27.8.06 21:43


Sand zwischen den Zehen

Die Sonne in deinem Herzen geht auf. Barfüssiges Tanzen auf Gras. Um dich herum Leute mit Glück im Herzen und einem Lächeln auf dem Gesicht. Der Alltag ist vergessen und der treibende Sound lässt dir die Gänsehaut den Rücken herunter und kurz danach wieder herauffahren. Wo du nur hinschaust sind Menschen die du noch nie gesehen hast und die du trotzdem als Freunde ansiehst. Niemand hier hat etwas anderes im Sinn als du, über jedes neue Sample, jede neue Scheibe, jeden neuen Sound ist man hier "really amused" wie der Brite sagen würde. Unbekannte Freunde die herzlich über deine Worte lachen, jeder ist willkommen, jeder gehört dazu, Hauptsache das er mit dem vollen Herzen dabei ist. Regen ist kein störendes Übel sondern mehr eine kurze Abkühlung der brodelnden Masse. Raserei ist das Wort des Augenblicks. Es geht nach vorne, es geht nach innen, kein zurück mehr die Flut der Emotionen reisst dich mit. Keine Masken, keine falschen Gefühle. Wer mit dir tanzt ist ehrlich. Hier....wo die Welt noch heile ist.

20.8.06 17:53


Der schwammige Pfad Gottes

So nachdem ich jetzt etwas für die "Positive Aufbesserung" des Webblogs und seinen Texten getan habe, komme ich doch mal wieder zum Kern des geplanten Programms zurück: die durchaus kritische Verbreitung meiner Ansichten zu allen möglichen Dingen die die Menscheit auf ihrem langen Weg ins jetzt erfunden hat.

Das Thema von heute: Religion.
Vorweg gesagt sei das ich hierbei keine Ausnahme (ausser die später genau namentlich erwähnten) mache. Egal ob Christentum (welcher Konfession auch immer), Islam, Judentum, Hinduismus oder sektenartiger religionsähnlicher Gebilde wie die Zeugen Jehovas oder die Mormonen.

Erstmal vorweg: ich gehöre keiner dieser "Fraktionen" an und werde "einen Teufel tun" und mich irgendwelchen übergeordneten, unsichtbaren Göttern unterstellen die ich für alles gute & schlechte was mir je passiert ist und je passieren wird verantwortlich machen kann. Ich glaube an Schicksal und Bestimmung aber die Idee von Göttern erscheint mir doch etwas abstrakt.

Auch wenn es vermutlich hart intolerant den Gläubigen gegenüber ist: für mich sieht das alles aus wie ein Haufen Realitätsflüchtlinge die ihr eigenes Leben nicht in den Griff kriegen und daher andere bitten das für sie zu tun. Hier ziehe ich gerne mal den Vergleich zwischen Staaten und Religionen, die sich prinzipiell sehr stark ähneln. In beiden entwickelt man ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ein Gefühl das es da draussen Leute gibt die "anders" sind. Das führt in den schlimmsten Fällen zu "religiösen Unruhen" / "Fremdenfeindlichen Ausschreitungen" wie es vornehm in den Medien ausgedrückt wird und bestenfalls zur Gleichgültigkeit/Akzeptanz. Die Regierenden sind die jeweiligen religösen Anführer / Politiker und das "Volk" sind die Gläubigen / Staatsangehörigen.

Ja wir leben in einer modernen Welt in der extremistische Teile einer Religion gegen extremistische Teile eines Staates (ihr wisst alle worauf das jetzt abzielt) Krieg führt und in der Isreal nicht mehr mit Juden zu tun hat als das es die dort vorherrschende Religion ist (ähnlich wie Indien mit Hinduismus oder Griechenland mit griechisch-orthodoxem Christentum). Die "doppelte Staatsbürgerschaft" hier scheint vielen so nicht aufzufallen. Man ist eben beides. Nur tendieren die meisten Menschen eben in die eine oder in die andere Richtung.

Mir ist da vor einiger Zeit mal ein Muster aufgefallen, welches ich euch irgendwie nicht vorenthalten möchte:
Die Kreuzzüge fanden circa 1200-1600 Jahre nach der "Geburt" des Christentums statt. Der Islam wurde 600 Jahre nach dem Christentum "geboren" rechnet mal zurück. Ihr seht: das für uns evtl. "gute" Christentum das die bösen Radikalislamisten da verurteilt, war in dem gleichen Alter wie die jüngere Religion genauso drauf. Da ist ein Muster zu erkennen. Das heißt für mich 1.) Das das eine ganz natürliche Entwicklung ist. Und 2.) Das ALLE Relgionen (mit ein zwei Ausnahmen) sich nicht an das halten was sie predigen. Wieso also sollte ich mich denen anschließen? Wenn ich einem Verein beitrete der Wasser predigt aber Wein trinkt (^^ sry, musste sein) kann ich direkt auch die FDP, die CDU oder eine X-beliebige andere politisch motivierte Vereinigung nehmen.
Glaubwürdig ist das nicht.
Naja diese Welt hat eh ihre eigenen, komplexen und völlig unverständlichen Gesetze. Hope to see no rules....

19.8.06 00:40


Freiheit. Mehr als nur ein Wort.

Freiheit. Das sagt sich so leicht daher, die Werbeindustrie spielt gerne damit rum und jeder den ihr kennt behauptet irgendwie frei zu sein. Was das jedoch genau ist, das definiert jeder für sich selbst alleine...wenn überhaupt einmal darüber nachgedacht wird. Viele definieren Freiheit als Unabhängigkeit von Dingen, Personen oder Regeln. Auch wird immer wieder von verschiedenen Wegen der Freiheit gesprochen so ist das lossegeln mit einem Segelboot um in die Karibik zu fahren anscheinend ein anderer Weg als das Gefühl eines Knackis auf freigang. Trotzdem definieren es beide unweigerlich als "Freiheit".
Mein Herz müsste mittlerweile Aussehen wie eine Schaltzentrale so viele Skalen, Schalter und Messlatten mit denen ich einzelne Dinge beurteile und einschätze....aber dennoch: Freiheit ist ein Lautstärkepegel an deiner Anlage. Manchen deiner Freunde ist deine Einstellung zu laut, andere drehen lauter da "sie ja gar nichts verstehen würden".
Für mich ist Freiheit genau das zu tun was mir gefällt. Wichtige Zutaten sind Spass, Glück, Freunde dann kommt das kribbeln im Bauch von ganz alleine.

Spass - Spass hat etwas mit dem "gefallen" oder "mögen" zu tun. Wenn man bei etwas keinen Spass hat wird es einen anderen Grund geben warum man diese Sache trotzdem tut. Sind es Regeln & Gesetze, der Zwang der Gesellschaft Geld zu verdienen oder andere Dinge die man nicht selbst bestimmt.

Glück - Glück gehört irgendwie dazu. Erinnert euch an eure Jugend, was für kranke Sachen ihr damals getan habt, Nachts, draussen, als ihr um die Häuser gezogen seid... die besten sind die wo ihr mit Glück entkommen seid oder? Das sind die Dinge von denen ihr bis heute erzählt. Die Dinge in denen ihr Pech hattet und erwischt wurdet werdet ihr nie wieder tun. Weil ihr sie für euch selbst einschränkt.

Freunde - Ich glaube nicht das man es alleine für sich lange aushält. Niemand mit dem man reden und lachen kann, niemand mit dem man sich gemeinsam an witzige Aktionen erinnern kann (Insider sind der Inbegriff dessens). Menschen sind doch irgendwie Herdentiere.

Freiheit....No rules.

1.8.06 22:53


True Spirit

So eine neue Rubrik in der ich mich mal positiv ausdrücken oder emotional im schönen Bereich des Lebens ausdrücken kann, mir wurde nämlich gesagt das meine bisherigen Blogs alle sehr negativ geschrieben seien xD.
Da ich im Grunde meines Herzens ja ein sehr gut gelaunter, positiver Optimist bin, wollte ich niemanden diesen Teil meines Charakters vorenthalten. *Trailer Ende*

Viele Leute fragen mich wieso ich denn ständig durch die Weltgeschichte toure und 5-6 Stunden Fahrt (eine Strecke) auf mich nehme nur um etwa genausolange zu Feiern.

Es liegt an meiner Definition von Feiern und an der Szene in der ich mich bewege. Ein ganz bestimmtes Lebensgefühl welches dich ergreift wenn du dort bist. Völlig Gedankenlosigkeit und der Rest der Welt, egal was sie dir angetan haben mag ist aussen vor, für ein paar Stunden vergessen. Ich schöpfe geistige Kraft aus den Momenten in denen ich in Trance, die Hände nach oben gestreckt, glücklich bis unter die Nasenspitze tanze. Nur tanze. Stundenlang, nur ab und zu huscht ein flüchtiger Gedanke durch diese Trance des absoluten Nichts. Gelegentliche Gedanken wie "Was ist das für ein Track?", "Das klingt ja abgefahren" oder "Wie spät ist es?" reichen aus um 2 Wochen Klausurenstress, Zoff mit der Freundin oder allgemeine Unentspanntheit zu lösen und mich selbst Tage danach noch gut zu fühlen. Ich nenne das ganz unromantisch "Spirit tanken" und ich werde euch auch sagen wieso.

Bzw. definiere ich euch mal das Wort Spirit wie ich es für mich selbst handele (Achtung Anglizismus). Spirit ist ein Gefühl. Wie alle Gefühle lässt es sich daher schlecht für diejenigen umschreiben die es noch nie erlebt haben aber ich werde es einmal versuchen:
Endlich wieder Wochenende. Die Arbeit/Schule stresst derzeit gewaltig und ihr steht unter Druck, habt Freitag Vormittag nurnoch mit dem Gedanken an das wohlersehnte Wochenende verbracht. Aber nein am Freitag macht eure Freundin wegen irgendeiner Belanglosigkeit Stress oder es zieht einfach nur ein guter Freund von euch um und hat euch eingespannt.
Völlig am Ende mit den Nerven trefft ihr euch am Samstag Abend mit ein paar Freunden und zieht los. Festivalzeit. Ihr macht euch also auf den Weg und versucht aus eurer verkrampften Grundhaltung herauszukommen. Negativ. Die ganze Welt macht doch eigentlich keinen Spass mehr. Nach nerviger Autofahrerei seid ihr endlich da....und werdet mit einem lächeln empfangen. Skurrile Locations, skurrile Leute all das lässt euch zuerst ein wenig schmunzeln, dann bemerkt ihr das ihr in diesen Haufen sehr gut hineinpasst. Die sehr zum tanzen einladende Music hypnotisiert euch mit der Zeit und früher oder später tanzt ihr. Anders kommt ihr da nicht wieder raus. Nachdem ihr euch einige Zeit mit den anderen Tänzern und Tänzerinnen beschäftigt , die Lichtanlage in Augenschein genommen sowie euch eure Meinung zum Stil des DJs gemacht habt gibt es nicht mehr viel was ihr tun könnt. Ausser tanzen. Früher oder später seid ihr dann weg...Kein Alltag mehr nur dieser treibende Beat der euch diesen ganz bestimmten Schritt abverlangt...kein Stress mit der Freundin mehr, nur dieses schräge Stück Ton das euch nicht nur innerlich zum grinsen bringt...plötzlich habt ihr die Arme in der Luft. Ihr hört euch schreien. Nichts bestimmtes, einfach nur der Ausdruck der Freude. Und ihr seid nicht alleine. Egal wie bescheuert ihr euch bei euren ersten Tanzversuchen gefühlt habt, kein spöttischer Blick, kein unterdrückter oder gar offener Lacher. Hier will euch niemand etwas böses.
Dann kommt dieses kribbeln. Ein Schauer über den Rücken ud wieder hinauf, Tränen steigen euch in die Augen wenn ihr diesen absolut unbeschreiblichen Augenblick in euch aufnehmt. Gutes Wetter, geile Music, krasse, friedliche, freundliche Leute die genau das selbe wollen wie ihr, tanzen bis zur Erschöpfung, das Glück liegt in der Luft, Atmosphäre die euch ergreift, Stimmung die euch mitreisst, hier gibt es kein halten, keine dos & don'ts, keine Unterschiede. Es ist euch völlig egal ob der Typ neben euch einen Anzug trägt und der dahinter mit freiem Oberkörper und Trainingshose im Licht der Music vibriert. Es ist euch auch egal das ihr übermorgen arbeiten müsst und euch euer Chef wieder wegen irgendwas fertig macht oder ihr irgendeine 4 stündige Klausur schreibt. Ihr öffnet euch selbst dem Spirit der in der Luft liegt und der euch hoffentlich nie verlassen wird.

Für solche Momente lebe ich. Wegen soetwas setzte ich mich mit Gleichgesinnten für 1000 Kilometer am Wochenende ins Auto. Einfach weil das es mir Wert ist.



17.7.06 01:34


3077 Zeichen Hass

Mainstream? Mitläufertum? Mit dem Strom schwimmen weil alles andere zu schwierig wäre?

Was treibt so viele Menschen dazu zur Fussball-WM grölend mit ner Fahne durch die Straßen zu torkeln....wo sie doch eigentlich gar keine Fussballfans sind?
Was treibt so viele Menschen in die überfüllten Großraumdiscotheken ohne guten Sound, 0815-Trackauswahl und Pseudo-DJs?
Was bringt Radio und Musikfernsehsender dazu den selben Müll zu senden wie alle anderen auch?

Ich meine gibt es unter Menschen auch dieses Phänomen für das eigentlich nur Lemminge berühmt sind? Einfach hinterherzurennen wenn jemand von dem man eigentlich glaubt das er Ahnung hat losläuft? Bestes Beispiel: diese vielgerühmte Fussball-WM.

Ich will jetzt nicht sagen das ich sie nicht mitverfolgt hätte, mir diverse Spiele angesehen habe und in eins zwei spannenden Partien auch ein wenig mitgefiebert habe. Was ich jedoch NICHT getan habe und niemand bringt mich dazu soviel von mir selbst zu verlieren, ist: stockbesoffen gröhlend mit nacktem Oberkörper durch die Strassen zu torkeln, nur umhüllt mit einer Deutschlandflagge. Ich habe mir auch keine deutsche Fahne ans Auto gepinnt oder eine aus dem Fenster gehisst, auch kein weißes "Ich bin ein 0815-Mensch"-Trikot oder den "Offiziellen Fifa-WM-Ball" für 150 Euro gekauft. Denn dieser gnadenlose Ausverkauf von etwas das in meinen Augen nur noch recht wenig mit Sport zu tun hat ist einfach nurnoch krank.
In typischem Mitläufertum wurden während der WM ALLE Werbespots auf diese ausgelegt, auch wenn sie noch so sinnlos waren (Ballack spielt gegen Tiger Fussball, whao welch unglaubliche Werbeaussage). Was war wenn man Fussball nicht leiden konnte? RICHTIG Fernseher gleich ganz auslassen weil sogar in der Politik jede noch so bescheuerte Aussage in die Fussballsprache übersetzt wurde (und sich schlichtweg nur noch bescheuert anhörte). Versteht mich nicht falsch, die Internationalität und die viele ausländischen Gäste sowie das positive Image was Deutschland im Ausland bekommen hat sind nichts anderes als grossartig. Aber was wollt ihr mit dieser Fahne? Ist es nicht ein wenig früh dafür? Eure Großeltern waren noch in Sibirien für das was ihr jetzt besoffen über die Strasse brüllt. Nationalstolz ist etwas ohne das wir bisher hervorragend ausgekommen sind, wieso schafft man sich jetzt soetwas an? Als Deutschland gegen Italien verloren hat konnte plötzlich kein Deutscher mehr "diese dreckigen Itakka" leiden. Hallo? Gehts noch? Ich meine ich habe zwar während der WM eine Menge positive Beispiele für Internationalität gesehen aber (und gerade nach dem Germany - Italy Match) auch noch nie so viele offene Feindseligkeit. Wer jetzt mal einen Schritt weiter denkt der weiß wohin sowas führt und für wen es zumindest Nährboden bringt.

Aber ich drifte ab: Mitläufer. Leute die sich keine eigene Ideologie und eine eigene Meinung zulegen können und daher mit dem Strom schwimmen, teilweise aus Angst "uncool" zu sein, teilweise weil es ihnen schlichtweg egal ist. All diese Trends, die Charts, die Modewelt, Holywood. All das lässt sich von den Massen der Mitläufer tragen wie ein ordentlicher Stage-Diver. Leute mit eigenen Ideen, eigenem Kreativismus und auch der Einstellung ihren eigenen Weg zu gehen sind eine (manchmal auch verpöhnte) Minderheit. Schade. Genau davon lebt diese Realität. Künstler die wirklich Kunst betreiben und nicht nur durch den aktuellen Trend das schnelle Geld machen wollen, Fashionvictims, Trendsetter und alle dort draussen die sich trauen anders zu sein als der große Rest, alle die vor dem Feld vorneweg fahren, all diese Leute wissen was Freiheit WIRKLICH ist.

No rules.

9.7.06 15:46


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